Überzeugend!

MES von granIT sind in der Fertighausproduktion von WeberHaus längst voll integriert und akzeptiert. Ein Gespräch über Neuland, Step-by-Step, Tischauslastungen, Roboter und Hordenwagen.

Auch bei WeberHaus im badischen Rheinau sorgen seit Jahresbeginn 2021 Manufacturing Execution Systems MES von granIT für einen effizienten Ablauf in der Fertighausproduktion. Wir haben uns mit Alfons Obrecht (Assistent Produktions-/technische Leitung) und Jörg Marin (Assistenz der technischen Geschäftsleitung) über ihre Erfahrungen mit der granIT-flow-Lösung unterhalten. Nur so viel vorneweg: Zufriedenheitsfaktor = hoch!

granIT: WeberHaus zählt seit mehr als sechs Jahrzehnten zu den arriviertesten Unternehmen in der Holz-Fertighaus-Branche. Nicht nur Ihre Produkte respektive Fertighäuser feiern Erfolge auf dem europäischen Markt, auch deren Produktion gilt als richtungsweisend. Wie kamen Sie nun eigentlich dazu, das MES von granIT in die Produktion einzubinden?

Jörg Marin: Zu den aktuellen Themen, wie digitale Prozesse, höhere Automatisation usw. gehört auch MES auf die Agende moderner bzw. zukunftsorientierter Produktionen. Da wir die Produktion nach und nach erneuern bzw. anpassen werden, ergab sich die Gelegenheit auch gleich das passende MES zu integrieren.

Alfons Obrecht: MES sind für WeberHaus ja kein Neuland. Für uns war und ist klar: für einen reibungslosen sowie technisch und wirtschaftlich effizienten Ablauf in der Produktion werden wir ohne MES nicht mehr klarkommen.

granIT: Erfahrungsgemäß sind vor allem die Einführungsphasen im Step-by-Step-System gelinde gesagt heikel. Wie haben Sie das in der Zusammenarbeit mit granIT empfunden?

Alfons Obrecht: Verglichen mit den Einbauphasen früherer, ähnlicher Systeme verlief technisch mit den MES von granIT alles einwandfrei und reibungslos. Das hatte uns in diesem Ausmaß wirklich erstaunt.

Jörg Marin: Ein wichtiger Aspekt für die Einführung von etwas „Neuem“ ist die Akzeptanz der Mitarbeiter hierfür. Da sie seit vielen Jahre bestimmte Systeme/Abläufe gewohnt sind, sind Umstellungen entsprechend schwierig.

Die gute Zusammenarbeit mit den Experten bei granIT und eine stimmige Kommunikation, war hier sehr hilfreich und es gab es keine größeren Probleme bei der Ein- und Umgewöhnungsphase der Mitarbeiter.

granIT: Apropos Probleme, berichten Sie uns doch bitte von den größten Herausforderungen, vor die Sie gestellt waren.

Alfons Obrecht: Die größten Hürden mussten wir bei den Multiwänden überwinden. In diesem Produktionsabschnitt haben wir auch mit dem MES von granIT Essentielles verbessert.

Beispielsweise mussten wir unser gewohntes Nummernsystem überdenken, hier war etwas Überzeugungsarbeit notwendig. Aber dadurch dass sich in 3 Abteilungen sehr zeitnah die Vorteile einstellten, war das bald kein Thema mehr.

granIT: Welche produktionstechnischen Vorteile hatten Sie sich vom Einsatz der granIT-MES versprochen?

Alfons Obrecht: AV-Produktion: Zentrale anstatt projektweise Multiwandbildung, dadurch Entlastung für die Konstruktion. Liegende Wandfertigung: Bessere Tischauslastung, weniger Wände die angelegt werden mussten.Stehende Wandfertigung / Verladung: Berücksichtigung der Verladereihenfolge dadurch bessere Auslastung der zur Verfügung stehenden Puffer. Letzteres funktionierte nur dadurch, dass bei der Erstellung der Wup-Dateien aus dem CAD/CAM heraus die in einem Excel-Sheet vorgehaltene Verladereihenfolge mit eingeflossen ist und die entsprechenden Schlüsselworte in der Wup-Datei ohne Zutun des Anwenders vorbelegt wurden. Hier war von meiner Seite eine gewisse Vorleistung erforderlich, die sich aber schnell amortisiert hatte.

Jörg Marin: Es musste auch eine gewisse Konstanz erreicht werden. Früher haben Mitarbeiter „sehenden Auges“ die Reihenfolge der Wände bzw. Bauteile festgelegt. Nun sind Regeln im System aufgestellt, die Irrtümer ausschließen und eine Beständigkeit im Produktionsablauf ermöglichen.

granIT: In den Einführungsphasen neuer Systeme wie etwa MES ist ja die Zeit ein wichtiger Faktor. Hat es Stillstandszeiten bei WeberHaus gegeben?

Jörg Marin: Sagen wir mal so: Nichts Gravierendes wegen der MES von granIT.

Alfons Obrecht. Mir fällt lediglich ein, dass wir in der Anfangsphase mitunter das Control-Center neu starten musst

en. Aber schon nach kurzer Zeit war das kein Thema mehr, weil sich alles im System eingespielt hatte.

granIT: Thema Kompatibilität – hat sich das granIT Manufacturing Execution System gut in bestehende Prozesse eingefügt?

Alfons Obrecht: Natürlich entstanden in der Installations- und Umbauphase bei uns Wunschlisten, die wir an granIT weitergeleitet haben. Da gab es einige Hürden zu überwinden, die an den Eigenheiten der Maschine lagen. Auch die Tatsache, dass die von granIT ausgegebenen Dateien für 20 Jahre alte Bestandsmaschinen und für die neue Anlage passen mussten, war eine Herausforderung für sich. Auch eine Maschine die nicht aus dem Weinmann-Portfolio stammt, aber mit dem Wup-Datensatz arbeitet, musste mit Daten versorgt werden.

Jörg Marin: Für uns war offensichtlich, dass Probleme bei einer Konstellation wie WEINMANN und granIT schon von vornherein größtenteils vermieden werden. Da diese schon einige Projekte gemeinsam realisiert haben, weiß jeder vom anderen, „was Sache ist“.

Alfons Obrecht: Und wenn die Software-Entwickler, wie bei granIT, sofort und auf kurzem Weg reagieren, dann ist schon einiges „gewonnen“.

granIT: Bleiben wir noch ein wenig bei den Step-by-Step-Lösungen. Planen Sie weitere MES-Einsätze?

Alfons Obrecht: Klar, das geht gar nicht mehr ohne. Wir werden schon in naher Zukunft ältere Maschinen ersetzen. Und die laufen wiederum mit MES am effizientesten. Anders geht es nicht mehr. Auch hier ein Beispiel: Bei der Hordenwagen-Belegung wird das MES zwingend benötigt, da der Roboter dem Hordenwagen nur noch von unten nach oben Teile entnehmen kann. Das heißt, der Hordenwagen muss entsprechend der Produktionsreihenfolge belegt werden, was eigentlich nur mit MES verlässlich möglich ist.

Jörg Marin: Es besteht also die Notwendigkeit, dass die Platten auf dem Hordenwagen eindeutig identifizierbar sind, so dass der Roboter eindeutig weiß, wo sich welche Platten befinden. Da kann es nur Software-Lösungen geben.

granIT: Man kann also abschließend sagen, dass Ihre ursprünglichen Anforderungen, die Sie an ein MES wie das von granIT gestellt haben, durchweg erfüllt wurden?

Alfons Obrecht: Richtig! Was ich persönlich aber fast noch wichtiger finde ist, dass unsere Verbesserungsvorschläge, unser Optimierungspotential am „frisch“ installierten System sofort von granIT umgesetzt bzw. realisiert wurden.

Jörg Marin: Gerade solche individuellen, speziell auf die Produktionsstrecke ausgerichteten Optimierungen sind ein wichtiger Aspekt beim Einsatz von Manufacturing Execution Systemen. Bei granIT kommt dann noch das Know-how in der Materie „Hausbau“ hinzu sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Maschinen-Hersteller WEINMANN. Eine überzeugende Konstellation!